Die Geschichte der Stadt Horn

Die Stadt Horn liegt im Zentrum des Horner Beckens, dessen klimatisch bevorzugte Lage eine kontinuierliche Besiedlung seit der Steinzeit ermöglichte.

... stammt aus der Mitte des 11. Jahrhunderts.

Um 1050 errichtete das Grafenpaar Gerold und Christine auf ihrem Gut hornarun eine Kirche – die heutige Stephanskirche. Zu Füßen dieser Kirche, nahe an einem alten Verkehrsweg, lag die erste Siedlung.

Um 1200 entstand am anderen Ufer der Taffa eine Siedlung mit Burg und dreieckigem Platz, die 1282 zum ersten Mal als civitas („Stadt“) bezeichnet wird – die heutige Altstadt.

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhielt Horn eine Befestigungsanlage, die noch weitestgehend erhalten ist. Dieser planmäßige Ausbau erfolgte unter den Herren von Maissau, die seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts Herrschaftsinhaber waren.

Horn gehört heute zu den elf „Stadtmauerstädten“ Niederösterreichs

Horn entwickelte sich im Spätmittelalter zu einem Landstädtchen mit rund 100 Häusern und zu einem regionalen Gewerbe- und Handelszentrum mit zwei Jahrmärkten. Ihre Bürger hatten nicht nur die Pflicht, ihre Stadt zu verteidigen, sondern verfügten auch – im Vergleich zu den ländlichen Untertanen der Herrschaft – über gewisse Sonderrechte.

Zudem war Horn Sitz einer bedeutenden Grundherrschaft, deren Besitzer auch die Stadtherren von Horn waren. Nach dem Dreißigjährigen Krieg organisierte die Herrschaft unter Graf Kurz – in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage – eine Tuchproduktion im Verlagssystem. Er holte zu diesem Zweck Tuchmacher und Färber unter anderem aus Böhmen und den Niederlanden nach Horn. Während das herrschaftliche „große Haus“ (das spätere Piaristenkloster) als Manufaktur diente, wurde die Stadt um eine planmäßige Siedlung mit 28 Kleinhäusern, einer Taverne und der Altöttinger Kapelle, einer Nachbildung der gleichnamigen Wallfahrtskapelle in Bayern, erweitert. Hier lebten und webten die Tuchmachermeister mit ihren Familien, Gesellen und Lehrlingen. Zwar wurde die Tuchproduktion in den 1660er Jahren wieder aufgegeben, doch war dieser frühindustrielle Versuch ein wirtschaftliches Pionierprojekt von überregionaler Bedeutung.

Die Stadtentwicklung vom Mittelalter bis in die Gegenwart wird durch Modelle, Pläne und Fotos anschaulich gemacht.

Horn konnte in der Folge vor allem seine kulturelle Stellung durch die Ansiedlung des Piaristenordens und der Gründung des Piaristengymnasiums (1657) ausbauen.
Dieses wurde nicht nur zu einem Eckpfeiler der katholischen Reform in Horn, sondern auch zur Keimzelle des heutigen Bundesgymnasiums.

Nach der Aufhebung der Grundherrschaft und der Verwaltungsreformen in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt zu einem Verwaltungs- und Schulzentrum.

Zudem wurde 1891 das Krankenhaus und 1937 die Radetzky-Kaserne gegründet.
Die Bevölkerungszahl der Stadtgemeinde (in den heutigen Grenzen) verdoppelte sich zwischen 1870 bis 1970 auf über 6.000 und stagniert seither.

In den 1990er Jahren entstand im Westen der Stadtgemeinde einer der größten Retail Parks in Österreich.
Dazu gehören das EKZ Horn, verschiedene Fachmärkte und Gewerbebetriebe wie die Graf-Holztechnik GmbH.
Einer der traditionsreichsten Betriebe der Stadt ist die seit 1868 bestehende Druckerei Berger.

Vor allem das Museum Horn und das Kunsthaus Horn sind kulturelle Hotspots.
Im Arkadenhof des Kunsthauses gehen das internationale Kammermusik-Festival Allegro Vivo und das Theaterfestival Szene Waldviertel (ehemals Szene Bunte Wähne) über die Bühne.